Googles Angriff auf Bremen – die Zweite

Bereits vor einigen Tagen berichtete ich über die Google Streetview Autos in Bremen. Inzwischen ist dies auch bei den Medien der Region angekommen und es wird fleißig berichtet. So hat sich zum Beispiel auch ein TV Team von „Buten und Binnen“ an die Fersen des Fahrers gesetzt und versucht diesen „mit eigenen Waffen“ zu schlagen.Nun kann sicherlich der Fahrer nichts für seine Arbeit, dieser dürfte ohnehin froh sein einem regelmäßigem Erwerb nachgehen zu können, aber sehr erfreulich ist hier die Tatsache, dass auf diese Weise zumindest ein Teil der Fotos unbrauchbar bzw. ein Protest sichbar wird. Auch der Weser Kurier nahm sich dem Thema an.

Unverständlich dagegen sind für mich die Kommentare im GWB. Die Kommentatoren dort bezeichnen sich selbst als „Nerds“, scheinen jedoch keinerlei Gefühl für Begriffe wie „Privatsphäre“, „Datenschutz“ oder auch „Big Brother“ zu haben. Gut, Google nutzt und vernetzt die gesammelten Daten noch nicht (zumindest macht man uns dies Glauben), aber wer sagt denn, dass Sie dies zukünftig beibehalten. In der Geschichte gibt es wohl keinen vergleichbaren Fall, in dem ein einzelnes Unternehmen (Gruppe von Menschen) derart viele Daten über (andere) Menschen gesammelt hat.

Es bleibt also abzuwarten, wie es weiter geht mit Google & Co.
Ich für meinen Teil möchte weder meine Wohnung noch mich selbst in Streetview finden.

[via GWB]

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6 Antworten zu “Googles Angriff auf Bremen – die Zweite”

  1. markus 20. August 2008 bei 16:58 #

    Was machst du denn, wenn deine Wohnung drin ist?

  2. Nos 20. August 2008 bei 18:53 #

    Die Überschrift dieses Artikels ist ja eigentlich schon bezeichnend genug, dennoch will ich mal meine Meinung hier liegen lassen.
    Was geschieht denn hier nun wirklich schreckliches? Was „ach so privates“ ist denn auf den Bildern von Street View zu erkennen?
    Der Mensch? Wird unkenntlich gemacht! Mein Auto? Kennzeichen mird auch unkenntlich gemacht. Mein Haus? Wenn ich an einem öffentlichen Ort wohne ist mein Haus ohnehinn einzusehen und jeder Hans und Franz kann davon Fotos machen und es in’s Netz stellen. Oder liegt mein Haus vieleich an einem Privatweg? Fein. Dann wird das von Google schonmal garnicht aufgenommen.
    Dann müssen es aber wenigstens die bösen Verbrecher sein, die nun alle mit Hilfe von SW ihre Fischzüge planen. Wirklich so blauäugig, das solch ein Scenario das größte aller Übel darstellt? Glückwunsch. Ich lese immer nur, das SW wohl des Satans jüngstes Kind ist. Wieso, das sagt kaum jemand. Aber wenigsten gibbet was für’s Sommerloch. Auch fein.

  3. andre 20. August 2008 bei 19:25 #

    Ganz einfach:
    Erst einmal wird über die offiziellen Wege Beschwerde eingelegt. Notfalls werde ich dann aber auch eine Klage in Betracht ziehen.

    Nur bezweifle ich echt, dass google in die Privatstraße rein fährt ^^ Und bei mir @home wird wohl so schnell kein Streetview Wagen vorbei fahren…

  4. andre 20. August 2008 bei 19:33 #

    @Nos:
    Ich habe mal eine kurze „Recherche“ im Netz gestartet. Artikel gibt es genügend, hier nur ein Auszug verschiedener Meinungen, sicherlich nicht abschließend, die Bedenken bzgl. SW äußern:

    Kurzer Artikel zu dem Thema:
    http://www.compliancemagazin.de/gesetzestandards/datenschutzcompliance/bfdi170608.html

    Sehr schön und ausführlich:
    http://www.jur-blog.de/datenschutz-recht/rechtsanwalt/2008-07/google-street-view-private-ueberwachung-geodaten-und-urheberrechten-in-deutschland/

    Natürlich hat auch SPON was geschrieben:
    http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,565099,00.html

  5. Nos 20. August 2008 bei 21:41 #

    @ andre:

    Also contra SV kann ich da aber nun nicht viel raus destilieren. 😉
    In link 1 und 2 FRAGT Peter Schaar irgendwas. Er steht dem kritisch gegenüber, was ja sein gutes Recht ist. Aber von einem Datenschützer erwarte ich schon was anderes als „Ich Frage mich, ob..“!
    Dann habe wir noch einige Gesetzestexte, die Googel im Fotografieren von Gebäuden von öffentlichem Grund aus recht geben. Das ist nicht verboten.
    Und zu guter letzt dann noch der Beweis, das es zu jeder Meinung auch eine Gegenmeinung gibt, denn der Datenschützer aus HH, Hartmut Lubomierski, findet SV ganz toll, im Gegensatz zu Herrn Schaar. Aber bei Google Earth hat man am Anfang ja auch gejammert.

  6. andre 20. August 2008 bei 23:54 #

    Ja,
    letztlich ist es sicherlich immer Auslegungssache.
    Ich bin auch nicht unbedingt begeistert von Google Maps…
    Aber das ist sicher der Fortschritt, und der läßt sich bekanntlich nicht aufhalten. Ich hoffe nur, dass wir nicht eines Tages bereuen werden, dass wir einem einzelnem Unternehmen derartige Macht haben zukommen lassen…

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